Glanz und Elend der Geisteswissenschaften: Philosophie / Wissenschaftstheorie (German Edition)

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Fesselnd ist auch das folgende Kapitel, in dem der Autor zeigt, das sich diese beiden Gebetstypen wieder- finden in dem Leben groB3er Manner, namlich in der Form eines "kontemplativ-asthetischen" und eines "affektiv-ethischen Typus. Als ein echter Religions- phanomenologe gibt Heiler sich zu erkennen, wenn er die religi6se Bedeutung entratselt von dem "individuellen Gebet als religi6ser Pflicht und gutes Werk in den Gesetzesreligionen".

Aber auf Grund seiner kirchlich-theologischen Herkunft und seiner geistigen Veranlagung war ihm die Mystik doch mehr ans Herz gewachsen. Ofter und weiter als irgend ein anderer hat er im Geist Streifziige unternommen durch diese faszinierende Fr6mmig- keitswelt. Die Themen, die ihn sichtlich beschaftigten, waren: In einem Artikel in der Zeitschrift Numen Vol.

In Das Gebet findet man eine "Tafel der Gebets- und Versenkungs- stufen", die sehr aufklarend ist, weil sie die Parallelen zeigt in den Graden der Erlebnisse unter verschiedenen beriihmten Mystikem und auch im Buddhismus S. Heiler behandelt in ihr die verschiedenen Formen dieser Art von Medita- tion, und zwar: Heiler belieB3 es nicht bei einer Untersuchung in seinem Studierzimmer. Es ist eine Fundgrube fur jeden, der Information sucht iiber bestimmte Gegebenheiten aus der endlo- sen Welt religi6ser Erscheinungen.

Auf zwei Characteristica dieses Werkes will ich hier hinweisen. Der Stoff der alteren, ahn- lichen Handbiicher wurde hauptsachlich den primitiven, eventuell noch den antiken Religionen entnommen. Heiler hat sehr viel Material aus den h6heren Religionen und besonders aus dem Christentum gesammelt, und das erh6ht die Brauchbarkeit des Buches. Das zweite groBe Kapitel gilt der "Vorstellungswelt der Religion", d.

Gott, Sch6pfung, Erl6sung und Vollendung im ewigen Leben. Darauf folgt ein Kapitel von I6 Seiten uiber "Die Erlebniswelt der Religion", nam- lich die Grundformen des religi6sen Erlebnisses und die auBerordent- lichen religi6sen Erlebnisformen. Fur diese phanomenologische Betrachtung hat er in der "Einleitung" wissenschaftlich Rechenschaft abgelegt. In einem Schema auf Seite verdeutlicht er seine Absicht: Drittens lege ich, getreu meinem Auftrag, ein, was die Englander "assessment" nennen, von Heilers Werk vor, das hei3t: Jouco Bleeker 6komenischer Ideale abgeben, sondern nur ein "assessment" iiber seine religionswissenschaftliche Arbeit zu formulieren versuchen.

Ich gebrauche mit Absicht diesen Ausdruck deshalb, weil "assessment" nicht die iibliche Kritik beinhaltet, sondern eine Einschatzung gibt von einer Sache, in diesem Fall von Heilers Arbeit, speziell mit dem Blick auf heute und die Zukunft. Und dann entsteht die Frage: Um diese Frage beantworten zu konnen, muB man iiber den Zustand in dem genannten Fachgebiet auf der H6he sein. Ich werde versuchen, den Stand der Dinge auf den Studiengebieten der Religionsgeschichte und der Religionsphano- menologie mit einigen fliichtigen Linien zu skizzieren. Man k6nnte iiber diesen Gegenstand bequem eine Reihe von Kollegs halten.

Not- gedrungen muB ich, um mich popular auszudriicken, im Telegramm- stil reden. Wenn ich dabei apodiktische Behauptungen einflielen las- se, so m6ge der H6rer darauf vertrauen, daB3 dies keine unbegriindeten Meinungen sind, sondern da3 sie sich auf hier nicht weiter aus- gefiihrte Argumente stiitzen. Die Generation, zu der Heiler geh6rte, d. Widengren, die ihr ganzes Leben dem Studium der Religion widmen konnten und dadurch eine breite tUbersicht iiber das ganze Gebiet der religi6sen Erscheinungen erworben hatten, stirbt aus.

Ihre Nach- folger sind Spezialisten. Das gilt auch fur die Religionswissenschaftler von Beruf. Soweit Philologen, Soziologen und andere Interessenten der humaniora sich fur Religionsgeschichte interessieren, verrichten sie Detailstudien, ohne sich viel um die Prinzipien zu kiimmern oder gr6o3ere Synthesen anzupeilen.

Eine lebendige Diskussion aber kann nur auf dem Erbe der Religionsphanomenologie weitergehen. Der Brennpunkt ist das Fach selbst und seine Methode. Manche finden den Namen dieser Disziplin unbrauchbar und bezweifeln sogar ihr Daseinsrecht. Andere drangen auf eine verbesserte Methodik. Das Resultat war mehr oder weniger eine babylonische Sprachverwirrung. Die erwahnte Zu- sammenkunft aber wies einen Zug auf, der als Signal gelten mu3. Darin zeichnete sich die Autoritat ab, die die Sozialwissenschaften, I2 Die Bedeutung der Forschung Friedrich Heilers und speziell die Kulturanthropologie, mehr und mehr erlangen.

Es erscheint mir iiberfliissig, mich iiber die heutige Sucht auszulassen, iiberall den soziologischen Hintergrund geistiger Gr6oen aufzudecken. Wichtig aber ist die Einsicht, daB sich dieses Streben auch bei dem Studium der Religionsgeschichte abzeichnet. Mein Landsmann, Pro- fessor dr. Pers6nlich erwarte ich wenig Gewinn von dieser Studienanweisung. Auf jeden Fall miissen wir die Augen offen halten fur die Tatsache, daB diese Richtung des Studieninteresses gepaart geht mit einer tberempfindlichkeit fur die Einmischung der Theologie in die genannten Facher.

Man duldet keine AuBerungen, die fast einem metaphysischen Urteil iiber die Religion gleich kommen. Und an diesem Punkt ist Heiler, wie wir gleich sehen werden, besonders verwundbar. Dieser Beitrag 16ste die Zungen geh6rig. Es wurde sogar durch 17 befreundete Kollegen aus verschiedenen Lindern eine Erklarung iiber das Minimum an Forde- rungen fur das Studium der Religionsgeschichte eingebracht.

Darin zog man besonders zu Feld gegen meine AuBerung: Man stellte die Gegenthese auf: Man spurte die Furcht vor theologischen Urteilsspriichen, von denen ich mich, wie ich glaube, freihalten kann, wie ich es gleich noch zu beweisen hoffe.

Die Zukunft der Geisteswissenschaften in einer multipolaren Welt

Es ist aber evident, da13 Heiler nach den Einsichten der heutigen Religionswissenschaft nicht ganz konsequent war. Dafiir sind die Beweise nicht schwer zu liefern. In der Einleitung zu seinen Erscheinungsformen und Wesen der Religion redet er selbst von der "philologia sacra". Welter muB ich bekennen, daB ich mit ihm auf derselben Wellenlange liege, wenn er sich leidenschaftlich einsetzt fur eine Erforschung der lebenden I3 C.

In einer Welt von egoistischen und aggressiven Menschen ist die Religion eine imponierende und Staunen erweckende Erschei- nung. Nach meiner festen Uberzeugung kann diese Erscheinung nur dann begriffen werden, wenn man sie auffalt als Folge der Begeg- nung des Menschen mit dem Heiligen. Zur Verdeutlichung meines Standpunktes als Religionswissenschaftler wage ich die paradoxe These auszusprechen, dag sogar der atheistische Forscher diese Fest- stellung bejahen muB, wenn er die Religion wirklich verstehen will.

Andererseits muB man deutlich erkennen, daB die Beantwortung der Frage nach der Wahrheit der Religion als solche oder die nach der Wahrheit in den einzelnen Religionen auB3erhalb der Kompetenz des Religionshistorikers liegt. Sie gehort in den Bereich der Religions- philosophie oder der Theologie. In der Bewertung der Religion stim- men Heiler und ich vollig iiberein. Aber ich kann ihm nicht mehr folgen, und ich fiirchte, daB er heutzutage wenig Anhang mehr finden wiirde, wenn er aus seinen religionsgeschichtlichen Einsichten bestimmte religionsphilosophische und theologische Schliisse ziehen will, oder wenn er diese Wissenschaft dazu gebrauchen will, um das Verstehen zwischen Glaubigen verschiedener Religionen zu f6rdern.

Es hat sich eine communis opinio auskristallisiert, die auBer Zweifel setzt, daB die Religionsgeschichte ein rein akademisches Fach ist und nicht in der Lage ist, weder die Religion der Zukunft zu entwerfen, noch die Kampfe zwischen streitenden Glaubigen beizulegen. Lassen Sie mich meine Meinung naher erklaren. In der skizzierten Gedankenzone wird Heilers AuB3erung: I7 keinen Widerhall finden, sondern im Gegenteil auf heftigen Widerstand stoBen.

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Glanz und Elend der Geisteswissenschaften: Philosophie / Wissenschaftstheorie (German Edition) eBook: Jürgen Mittelstraß: uzotoqadoh.tk: Kindle Store. Buy Glanz und Elend der Geisteswissenschaften (uni auditorium) 1 CD, Länge: ca. 58 Min. Fachbereich Philosophie / Wissenschaftstheorie (uni auditorium - Audio) by (ISBN: See all formats and editions Hide other formats and editions Audio CD; Language: German; ISBN ; ISBN

Der Religionshistoriker kann sicher- lich Versohnungsarbeit leisten, aber nicht qualitate qua, sondern aus- schlieB3lich in einem anderen Zusammenhang, auBerhalb seiner Wis- senschaft. Wenn Heiler in der zitierten Rede weiter geht und sieben gemeinsame Ziige der h6heren Religionen formuliert, so h6rt man wieder den glaubigen Menschen, aber weiB zugleich, daB die Wissenschaft fur diese Anschauung keine Beweise liefert. Heiler war und ist in vielerlei Hinsicht unnachahmlich. Ich will nicht behaupten, daB er in den besprochenen Fragen Unrecht hat. Doch der Entwicklungsgang der Religionswissenschaft verlangt meines Erachtens heute, daB wir streng methodisch zu Werk gehen, die religionshistorischen Untersuchungen v6llig trennen von praktischen Aktivitaten, kurzum die in Frage kommenden Facher bearbeiten "in- nerhalb der Grenzen der religionswissenschaftlichen Vernunft", wie ich an anderer Stelle ausgefiihrt habe.

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Eine lebendige Diskussion aber kann nur auf dem Erbe der Religionsphanomenologie weitergehen. A Hadith adduced by many commentators of this verse goes approximately as follows: I die Monographie iiber eine konstitutive Idee der Religion, 2 das Handbuch iiber die Religion in ihren Erscheinungsformen. Free UK Delivery by Amazon. Ac- cording to tradition, the Prophet's companions and heirs, Abu Bakr and CUmar, are buried near him, but they are obnoxious figures, usurpers, in the eyes of the Shicites, who side with the CAlids. S'il ne veut pas, ou s'il ne peut pas, fuir encore, il lui reste un autre moyen pour s'assurer l'hesuchia: In the Hadith and in religious-legal literature, the precepts concerning festival prayers usually occur next to those concerning special prayers, and some hold, therefore, that the Festival prayers preserve a very old Muslim prayer tradition reflected also in the special prayers recited at the time of a disaster or the threat thereof.

Wenn wir aber wirklich klug und weise sind, werden wir an Heilers geistigem Erbe weiterwirken. Es waren eine Anzahl von Studien- objekten zu nennen. In erster Linie kann man an seine Studien iiber den Katholizismus und iiber Urkirche und Ostkirche denken. Mir scheint, daB diese Bucher erneute Aktualitit bekommen haben durch die Verschiebungen in der romischen Kirche und durch die Ereignisse in der 6kumenischen Bewegung. Ich deutete schon an, daB Heiler hier dazu anregen kann, einen neuen wissenschaftlichen Standpunkt zu beziehen. Um der Zeit willen beschranke ich mich weiter auf eine Bemerkung iiber seine weitberiihmte Charakteristik der Mystik und der prophetischen Fr6mmigkeit.

Heilers Vorliebe fur die Mystik ist begreiflich, wenn man liest, daB nach seiner Meinung es "die hohe Aufgabe der Religionswissenschaft ist, das religi6se Innenleben aufzu- decken" Katholischer und evangelischer Gottesdienst, S. Bei den Mystikern kann man in der Tat bis zu dieser innerlichen Fr6mmig- keit vordringen. Doch gibt es auch Formen der Religion, in denen die pers6nlichen Erfahrungen vollkommen verschleiert sind. In den alt- agyptischen Dokumenten zum Beispiel kommen Zeugnisse von indivi- duellem Glauben aufBerst selten vor.

Wir kennen hauptsichlich die Staatsreligion. Hinter den Mythen und Riten, die wir in den Texten finden, liegt aber eine groB3artige Vision verborgen, eine tiefe Einsicht in das ratselhafte Verhiltnis von Leben und Tod. Das ist echte Reli- gion, wenn sie auch nicht von emotionaler Art ist. Jouco Bleeker Wir miissen, wie mir scheint, bedenken, daB der religi6se Mensch in drei Dimensionen lebt.

Er ist in erster Linie Mensch, mit alien anderen Menschen, sodaB3 er sagen kann: Nichts Menschliches ist mir fremd. Aus diesem Grund hat er, zweitens, Anteil an einer allgemein menschlichen Reli- giositat, von Heiler genannt "Die Grundformen des religi6sen Lebens", z. Doch der Glaubige lebt erst richtig in der dritten Dimension, in der typischen Glaubenserkenntnis seiner Religion, die eine charakteristische Struktur hat. Fur dieses Erkennen Gottes, diese Gnosis, diese "godgeleerdheid", wie sie auf Hollandisch heif3t, hat Heiler zu wenig offenen Blick gehabt.

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Und in dem Buddhismus ist die "Versenkung" das Mittel, um das Nirvana zu erreichen. Doch niemand kann auf diesem Pfad wandeln, der nicht erst die erl6sende Erkenntnis erworben hat. So besteht alle Veranlassung Heilers Gedankengange sowohl die iiber die Mystik als auch die iiber den Prophetismus aufs Neue zu priifen im Licht dieser leider allzu kurzen Bemerkungen. Es ist in der abgelaufenen Dreiviertelstunde viel iiber Heiler ge- sprochen worden, und doch viel zu wenig, denn man wird nicht so rasch fertig mit diesem vielseitigen Gelehrten.

Es ist nicht mehr als recht und billig, da13 er selbst das letzte Wort bekommt. Wir miissen, so un- gereimt das auch den klugen Vemunftmenschen klingen mag, beten um das Gebet". Von Philosophie und Soziologie an- gefiihrt, die diesen Begriff iiberhaupt erst aus der Taufe hoben, haben Geschichts-, Literatur-, Sprach- und Kunstwissenschaft sich zu- nehmend 'ideologiekritisch' in den lezten Jahren beschaftigt um nicht zu sagen "gebardet" und ohne Zweifel gewichtige Erkenntnis- fortschritte auf ihren Gebieten gemacht.

Die Griinde dafiir werden wir noch zur Sprache bringen; sie sind unterschiedlich, wissenschaftsgeschichtlicher und methodischer Herkunft. Es wird aber an der Zeit, dab sich auch die Rw ernsthaft mit dieser Problematik beschaftigt, nicht nur weil sie vom wissenschaftlichen Standpunkt opportun ist, sondern weil sich hinter ihr die unmittelbar politisch-gesellschaftliche Wirklichkeit un- serer Zeit zu Wort meldet.

Meine Ausfiihrungen konnen nur erste tUberlegungen zu diesem aktuellen Thema sein. August habe ich wenigstens schriftlich ein kurzes Resumee ein- gereicht, das meine Gedanken dazu enthielt, inzwischen aber gewisse Anderungen erfahren hat. An das Problem la3t sich gut in dreierlei Weise herangehen: Schubert bin ich fur diese M6glichkeit zu groBem Dank verpflichtet, ebenso dankbar gedenke ich der lebhaften und anregenden Diskussion, die sich meinen Ausfiihrungen an- schloB und deren Ergebnisse im vorliegenden Druck teilweise eingegangen sind.

Alles das natiirlich nur in der notwendigen Kiirze. Seinen Ursprung hat das Wort im franz6sischen materialistischen Sensualismus des spaten I8. Da diese 'Ideologen' aus ihren Ergebnissen auch praktische Regeln fur Erziehung, Staat und Recht ableiteten, kamen sie mit den Herrschen- den in Konflikt, und kein geringerer als Napoleon I. Ein 'Ideo- 2 Dariiber orientiert kurz H. Gouhier, L'ideologie et les ideologies, in: Uber de Condillac und de Tracy s.

Condillacs "Essai iiber den Ursprung der menschlichen Erkenntnisse" liegt jetzt in einer neuen dt. Ricken bei Reclam Leipzig vor. Brunot, Histoire de la langue francaise des origines a nos jours, t. X, IIe partie n. Die 'Ideologiekritische' Funktion der Rw loge' ist ein 'Philosoph', der sich mit wirklichkeitsfremden Dingen beschaftigt in Frankreich war lange Zeit Ideologe und Philosoph identisch. Eine Weiterverfolgung der Wort- und Bedeutungsgeschichte dieses Begriffs kann hier nicht erfolgen. Bekannt ist, dag K.

Engels den Begriff im zeitgenossischen Sinne aufgegriffen haben. Bauer und Stirner und des deutschen Sozialismus in seinen verschiedenen Propheten" Untertitel. Aber es gibt auch eine allgemeine Bedeutung des Wortes i. Diese Vorstellungen, abgesehen von ihrer realen Grundlage von der Stirner absieht , als Vorstellungen innerhalb des BewuBtseins, als Gedanken im Kopfe der Menschen gefaBt, aus ihrer Gegenstind- lichkeit in das Subjekt zuriickgenommen, aus der Substanz ins Selbst- bewuBtsein erhoben, sind - der Sparren oder die fixe Idee".

Marx bezieht sich ausdrucklich auf die Einschatzung Napoleons: I9 Kurt Rudolph der wahren Grundlage der Ideengeschichte einzusetzen: In einem Brief an F. Die eigentlichen Triebkrafte, die ihn bewegen, bleiben ihm unbekannt; sonst ware es eben kein ideologischer ProzeW". Erst die richtige, marxistische Einsicht fiihrt auch zu einem korrekten Bewu3tsein und damit zu einer den tatsachlichen Triebkraften der Geschichte entsprechenden Ideolo- gie. Man spricht deshalb heute auch durchaus von einer "sozialisti- schen Ideologie", 11 die mit dem Marxismus-Leninismus identisch ist.

Ideologie ist nach heutiger marxistischer Auffassung eine bestimmte Summe gesellschaftlicher Anschauungen wozu Philosophie, Religion, Musik und Wissenschaft geh6ren k6nnen, also der sog. Ideologie ist danach eine funktio- nale Angelegenheit, keine absolute. Die nicht-marxistische Auffassung hat demgegenuiber einen unein- heitlichen Charakter und tendiert, soweit ich das iiberhaupt iiber- blicken und beurteilen kann, von einer dem Marxismus verpflichteten Ansicht bis zu den positivistischen Konzeptionen, wie sie sehr ein- fluBreich Theodor Geiger vertrat, fur den Ideologie die Nicht- Ubereinstimmung mit der Wirklichkeit bedeutete, wozu dann alle 9 Ebd.

Buhr, Philosophisches W6rterbuch, Leipzig7 , Bd. FaB3t man Ideologie einmal neutral i. Da dies aber zu unhistorisch ist und der bald jahrigen Verwendung und Debatte nicht entsprechen wiirde, ist es m. Dabei wird sich auch durch selbstkritische Reflexion zu be- wahren haben, ob der so verwendete Ideologiebegriff selbst ideologisch 13 Th.

Numen Volume 25

Geiger, Ideologie und Wahrheit. Eine soziologische Kritik des Denkens, I. An Geiger kniipft u. Acham, Vernunft und Engagement, Wien , S. Sozialphilosophie 53, , , bes. Letzteres ist unbestritten, ersteres ein erst nachtraglich mit der Wahrheitsfrage verbundenes, nicht rein objektives Urteil. Acham, der sich an Geiger orientiert s. I3 , sieht in der Ideologie eine "Festhaltung iiberholter Auffassungen", eine "Scheintheorie" 2I , die "stets hinter der bereits m6glich gewordenen oder bereits einmal erreichten Einsicht" zuriickbleibt und damit den Charakter des "denkgeschichtlichen Regresses" tragt , muB davon aber noch zusatzlich wie W.

Der Bezug ist hier die Wissenschaftstheorie und philoso- phische gnoseologische Weltdeutung als die von uns anvisierte allgemeine Vor- stellungswelt als Ideologie, in die jene zwar eingehen und wirksam sind, aber nur einen Teil z. Es ergibt sich nam- lich jetzt die Frage, inwieweit das, was man herkommlich unter "Re- ligion" versteht, unter dem Begriff "Ideologie" subsumieren kann.

Gemacht worden ist es schon haufig, auch soweit gehend, daB3 man kaum noch differenzierte und z. Religionsgeschichte in Ideologie- geschichte aufl6ste.

Die Autonomie der Geisteswissenschaften Studien zur Philosophie Wilhelm Diltheys, Erster Teilband, D

Ohne hier an eine langere Diskussion anzukniipfen, m6chte ich meine Meinung dazu folgendermaBen zusammenfassen: Religion, um diesen unhistorischen Begriff in der Einzahl einmal bequemerweise zu verwenden, ist nur teilweise unter Ideologie im oben genannten Sinne einzuordnen, denn sie umfaBt in ihren histori- schen und gegenwartigen Gestalten mehr als nur "Ideen", bzw. Der ganze Kult und die Organisation Priesterschaft! Erscheinungen, wie die christlichen Kirchen - ganz deutlich bei der r6misch-katholischen Kirche - oder des traditionellen Lamaismus, sind zwar von einer "religi6sen Ideologie" bestimmt, die ihr Wesen iiberhaupt ausmacht, aber sie ist nur die eine Seite, die andere wird von der Praxis und dem Leben in Kult, Ethik, gesellschaftlicher Organisation eingenom- men.

Religion besteht, um es einmal so zu formulieren, aus einer "Ideologie", d. Da13 hierbei die verschiedenen historischen und gesellschaft- lichen Verhaltnisse von EinfluB3 und Bedeutung fur die jeweiligen Formen sind, versteht sich von selbst und braucht in diesem Zusammen- hang nicht ausgefiihrt zu werden. Im Schatten der Anwendung von 'Ideologie' findet sich fast stindig die Ideologiekritik, mit der wir uns nunmehr beschaftigen miissen.

Schon der tUberblick iiber einige Seiten der Geschichte des 16 Vgl. Zur Kritik am soziologischen Ideologismus s. Barth, Wahrheit und Ideologie, S. Vor allem im marxisti- schen Gebrauch ist dies sehr deutlich und braucht nicht weiter er- 6rtert werden. Die kritische Einschatzung der herrschenden Ideolo- gie, wie sie Marx und Engels vortrugen, hat dem gesamten marxisti- schen Ideologieverstandnis den ma8lgebenden Stempel aufgedriickt, so daB ein neutraler Gebrauch des Wortes nicht aufkommen konnte.

Die nicht-marxistische Auffassung von Ideologiekritik ist, gleich wie im Falle der 'Ideologie' recht differenziert und kann nur schwer auf einen Nenner gebracht werden abgesehen davon, daB man sie natiirlich generell als "biirgerliche Ideologiekritik" bezeichnen kann. Aus der Kenntnis der hierfiir herangezogenen Literatur habe ich mir zur Regel gemacht, verschiedene Arten von "Ideologiekritik" zu unterscheiden.

Geiger sprach von "pragmatischer" Ideo- logiekritik, die fur ihn keine wissenschaftliche Angelegenheit war, und "theoretischer" oder "logischer" Ideologiekritik, die als wis- senschaftliches Vorhaben die Denkfehler der Ideologie blo3legen sollte. Diese vier konnen in- einander ubergehen und haben es auch haufig getan, da sie von- einander abhingig oder aufeinander angewiesen sind. Fur unseren Fall sind die soziologische und historische Ideologiekritik diejeni- gen, die sich zunachst am besten mit der Rw verbinden lassen, was nicht ausschlief3t, daB auch die philosophische und pragmatisch-po- 17 Ideologie u.

HeuB in seinem lesenswerten Traktat iiber "Ideologiekritik" Berlin sich dieser differenzierenden Kritik behoben, indem er vornehmlich eine Art von Ideologie- kritik, die pragmatisch orientiert ist, soziologisch aufs Korn nimmt die wiederum nur einer Schulrichtung, der "neomarxistischen" von Marcuse und Habermas zugehort.

Embalming--Theorie-und-Praxis-der

Das Moment der "Aburteilung" 52 , der "Diffamierung" 56 , des "Dezisionismus" 67 und was deren Beschreibungen noch mehr sind, ist daher noch kein Grund, Ideologiekritik iiberhaupt fallen zu lassen. Man muB ihre Formen unterscheiden und von einem mehr neutralen Gebrauch von Ideologie ausgehen. Generell vom Selbstverstandnis der Rw als einer primar historisch- philologischen Disziplin ist aber die historische Ideologiekritik ihr am nachststehenden und laBt sich in ihren Aufgabenbereich o.

Unter historischer Ideologiekri- tik verstehe ich eine sachliche, um Objektivitat bemiihte Kritik, die sich aus dem Geschaft der historischen Arbeit als solche ergibt, angefangen von der Quellen- und Uberlieferungskritik bis zu der sich daraus ergebenden kritischen Reflexion der religi6sen Vorstellungs- welt mit ihren emanzipatorischen Konsequenzen. Damit ware zugleich auch das Verhaltnis zur Religionskritik ange- schnitten, das sich zusammen mit der Ideologiekritik einstellt.

Wenn Ideologie und Religion zusammenfallen, ist auch ihre Kritik ein gemeinsamer Vorgang, der sich einem gleichen Objekt widmet. Wir haben aber gesehen, daB diese Gleichsetzung nicht o. AuBer- dem ist unsere Unterscheidung von mehreren Ideologiekritiken hilf- reich fur die Auseinanderhaltung von "Religionskritik" im engeren Sinne und Ideologiekritik. Ist erstere im pragmatischen Sinne ge- meint, so kann sie nicht Aufgabe der Rw sein. Eine soziologische und historische Religionskritik hat dagegen durchaus Recht auf einen Platz in der Rw, insofern sie deren Geschaft befruchten kann s.

Religionskritik ist dann eine Ideologiekritik, die sich auf eine religi6se Ideologie oder die Ideologie einer oder mehrerer Re- ligionen bezieht und hat ihre dementsprechenden unterschiedlichen Aspekte, wie wir sie aufgefiihrt haben. Religionskritik ist also nicht gleich Religionskritik! Sie ist von den ihr jeweils zugrunde- liegenden Absichten und den verwendeten Methoden abhangig und be- stimmt. Die Rw bedient sich bei ihren ideologiekritischen Ambitio- nen, wie wir sie noch beschreiben werden, insofern auch religions- kritischer Uberlegungen, sieht es allerdings nicht als ihre Haupt- aufgabe an oder geht gar darin v6llig auf.

Fur sie sind religions- kritische Konsequenzen Teil und Ergebnis einer Ideologiekritik, die sie als historisch-philologische Disziplin implizit und auch explizit betreibt. In welcher Weise vom eben gesprochenen Methodischen her fur die Rw eine Verbindung mit der Ideologiekritik geboten erscheint, zeigen tUberlegungen, die wie K.

Apel "szientistische" und "hermeneu- 24 Die 'Ideologiekritische' Funktion der Rw tische", oder anders ausgedriickt naturwissenschaftliche "Erklirung" mit dem geisteswissenschaftlichen "Verstehen" in der 'Ideologie- kritik' zu vermitteln suchen. Man sprach von einer "Rw des Verstehens" G.

Mensching als der Kr6nung religionswissenschaftli- cher Methode und Arbeit iiberhaupt. Die Gefahren, die damit verbun- den waren, sind uns heute deutlicher als friiher, da inzwischen auch diese Art Hermeneutik generell ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist. Man hat demgegeniiber an die neopositivistischen Erklarungs- modelle, wie sie die anglo-amerikanische Wissenschaftstheorie ent- wickelte, apelliert und "Verstehen" als einen psychologischen Vor- feldakt des eigentlichen wissenschaftlichen "Erklarens", d.

Ohne hier diese aktuelle Problematik weiter zu er6rtern, muB bemerkt werden, daB die von einer einseitigen hermeneutischen Methode des "Verstehens" her eingetretene Vernachlassigung der Kri- tik von Uberlieferung und Wirkungsgeschichte, ein Korrektiv von sei- ten des analytischen und kritischen Rationalismus n6tig hat. Albert 20 auf der einen und K. Apel 21 auf der anderen Seite unternommen. Von beiden wird dabei der 'Ideologiekritik' eine 18 In: Albert, 'Theorie, Verstehen und Geschichte', in: Wissenschaftstheorie I, , S. Methodology of the Science of Religion. Proceedings of the Study Conference of the I.

Theoriebildung und Empiriebezug, in: Neuf, Religionswissenschaft aus der Sicht der Analytischen Philosophie, in: Sozialtheorie und soziale Praxis, Meisenheim I8, 25 Kurt Rudolph ausschlaggebende Position zugeschrieben.

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Fur Albert liegt ihr Sinn darin, Aufklarung, Vorurteilsfreiheit, wissenschaftliches und anti- dogmatisches Denken zu f6rdern, 22 fur Apel darin, die reflexiv vom "Verstehen" nicht einzuholenden, "vernunftlosen Momente unseres ge- schichtlichen Daseins", also das naturhaft Irrationale, aufzuhe- ben, wobei er an "'Psychoanalyse' der menschlichen Sozialgeschichte" und "'Psychotherapie' der aktuellen Krisen des menschlichen Han- delns" denkt, die fur ihn "die einzig sinnvolle logische Begriindung und moralische Rechtfertigung der objektiv erklarenden Wissenschaften vom Menschen darstellen".

Gadamer gesteht zu, daB hermeneutische Reflexion gleichfalls 'praktisch', d. Rw kann jedenfalls auch aus diesen geschichtsphilosophischen Bemiihungen ihr gutes Recht ableiten, ideologiekritische Probleme in ihrem Bereich zur Sprache zu bringen. Damit ist zugleich ein ubergang zu der eigentlich ideologie- kritischen Funktion der Rw aus ihrem Wesen und ihrem Gegenstand heraus gefunden. Wie schon anderenorts von mir ausgefiihrt wurde, 25 ist die Rw als eine objektiv arbeitende philologisch-historische und vergleichend-systematische Disziplin der Geisteswissenschaften an kein religibses Weltbild oder Urteil gebunden, ja kennt streng ge- nommen kein "Heiliges" als solches, das sie zur Streckung ihrer Waffen zwingen k6nnte.

Dieses Wissenschaftsideal, das einen "metho- dischen Atheismus" H. Gollwitzer einschlieg3t, ist fur den Gegen- stand der Rw insofern schon "ideologiekritisch" wirksam, als der Anspruch, den religiose Aussagen in ihren Traditionen zur Geltung bringen, von der Rw "eingeklammert" und nicht weiter in seinem existentiellen Bezug Ernst genommen wird und werden kann da sie sonst sich in einen Pluralismus religi6ser Bekenntnisse auflosen miiute. Die hermeneutische Problematik, die sich hier der Rw in einer sehr delikaten Weise stellt, ist schon wiederholt Gegenstand 22 Traktat iiber kritische Vernunft, S.

Hermeneutik und Ideologiekritik, S. Kairos IX, I, S. Religionen werden ihres Anspruchs Wahrheit, Autoritat und g6ttliche Offenbarung zu sein, entkleidet und auf dem geschichtswissenschaftlichen, soziologischen und psychologischen Seziertisch analysiert. Dies klingt zwar banal und manchen Ohren erschreckend, ist aber nicht zu umgehen. Wissen- schaft ist nun einmal Kritik, die bis zu den Wurzeln des Seins schneiden kann. So ist die Rw ein besonders anschauliches Beispiel dafiir, wie wissenschaftlich-kritisches Vorgehen ein ideologiekritisches BewuBt- sein voraussetzt bzw.

Die wissenschaftliche Methode vertreibt auch in diesem, fur die Menschheit so existentiell tiefen Bereich ihres Erkennens und Handelns, wenn sie sich ihm zuwendet, den Hauch und Glanz des iiberirdischen Nimbus, der Epiphanie des G6ttlichen oder der "Letzten Wirklichkeit". Eine Dis- kussion iber den hier verwendeten Wissenschaftsbegriff kann natiir- lich einiges von meinen Voraussetzungen klaren, aber m. Ist so das ideologie- bzw.

Pummer, Religionswissenschaft or Religiology? Numen 19, , S. Fur ihn hat die Gegeniiberstellung von kritischem und religi6sem BewuBtsein keinen ausschlieBenden Charakter, da auch Religion "kritisches Be- wu3tsein enthalt und zu seiner Entwicklung beigetragen hat. Auch wenn ich nicht mit alien Ansichten und Folgerungen des Verf. Es gibt demnach eine "Relevanz der Religion fur das Selbstverstandnis des kritischen Bewul3tseins".

  1. uzotoqadoh.tk: Jurgen Mittelstrass: Books;
  2. Enterprising Youth: Social Values and Acculturation in Nineteenth-Century American Children’s Literature (Childrens Literature and Culture)!
  3. Guys Read: Ghost Vision Glasses.
  4. Awaken Your Strongest Self!

Otto abhangig zu sein scheint. Es lai3t sich nicht leugnen, daB damit eine Erscheinung in der Religions- geschichte philosophisch-theologisch zur Sprache gebracht wird, die Sch. V6llig iibersehen hat Sch. Breit, Uberlegungen zur Religionskritik des AT, in: Existenz heute , S. Richtig ist daran aber, daB3 das eine menschliche BewuB3tsein in kritischer Funktion sowohl in Religion als auch Philosophie tatig sein kann. Es ist der Geist der Propheten und Reformatoren, der hier in Rede steht. Dahinter verbirgt sich das tatsachlich er- staunliche Phanomen, daB3 sich Religionen in einzelnen Vertretern oder Gruppen vor allem sofern sie "Buchreligionen" sind selbstkri- tisch in Frage stellen k6nnen - alle groBen Weltreligionen sind aus einem solchen Akt geboren worden.

Die Ursachen dafiir sind dabei nicht "rein" religi6s zu sehen, sondern sind vielgestaltig, aber sie werden unter religi6sen Vorzeichen verstanden. Die theologische Tradition hat dariiber hinaus wiederholt das Recht der Selbstkritik in Anspruch genommen. Diese These hat bekanntlich als erster der evangelische Theologe F. Gogarten formuliert und naher begriindet. Splett, Zur Kritik und Selbstkritik der Religion, in: Religionskritik der Gegenwart, Miinchen , S. Piper , S. Dies ist natiirlich nur der Fall, wo ein solcher MaBstab etwa in Form hlg.

Dariiber hinaus ist es fur den einer Religion verbundenen Religionswissenschaftler durchaus m6glich, von seinem kritischen 'religi6sen' Bewultsein aus, die religions- und ideologie- kritische Arbeit auf seinem Gebiet voranzutreiben. Es gibt keinerlei Grund religi6ses BewuBtsein, sofern es selbstkritisch reflektiert er- scheint, als Hemmnis fur eine objektive, historisch-kritische Rw anzu- sehen oder gar als unangebracht zu desavouieren.

Im christlichen Traditionsbereich ist die Rw entstanden, wenn auch oft im Widerspruch zu ihr, und hat von hier auch ihre kritischen Voraussetzungen erhalten; dies sollte trotz allem nicht vergessen werden s. Zum SchluB3 dieses Abschnittes sollte noch auf eine Art ideologie- kritisches Vorgehen hingewiesen werden, von der die Rw einiges ler- nen kann, und das unmittelbar ihre eigene diesbeziigliche Arbeit beriihrt.

Es sind die ideologiekritischen Untersuchungen von Ernst Topitsch. Biomorphe, anthropomorphe, technomorphe und soziomorphe Modellvorstellungen sind die pragenden Muster eines gr6o3ten Teils unserer traditionellen religi6sen, phi- losophischen, politischen und asthetischen Welterklarung oder Welt- anschauung und des menschlichen Selbstverstandnisses. Der Projek- tionsmechanismus, der hier in der Nachfolge von Feuerbach und Freud aufgewiesen wird, ist auch fur die Rw von unmittelbarem Ge- wicht, da die religi6s-mythologische UYberlieferung einen wesentlichen Anteil an der Formung, Tradierung und Erhaltung dieses Weltbildes hat.

Verhangnisvoll war, daB es dabei weniger auf Richtigkeit, als vielmehr auf psychologische und unmittelbar praktisch-politische Wirk- samkeit ankam. Nur so erklart sich die jahrtausendelange Giltig- 38 Vgl. Ein kurzer Ausflug in die Geschichte der Rw soil uns klar machen, wie wechselvoll das Verhaltnis von Ideologie- bzw.

Religionskritik und Rw gewesen ist. Sofern man nicht bis zu Herodot zuriickgreifen will, liegen die Urspriinge der modemen Rw im Diese Religionskritik bezog sich in erster Linie auf das in Kirchen organisierte Christentum. Mit Hilfe zweier einfluBlrei- cher Gedanken versuchte man nicht nur eine historisch-soziologische und philosophische, sondern auch eine pragmatische Religionskritik in die Wege zu leiten: Wahrend erstere sich vor allem im vorrevolutionaren Frankreich gegen das mit der Kirche verkniipfte ancien regime richtete und so direkt politi- sche Bedeutung erhielt, kam die Idee von der angeborenen Religion des Menschen zwar als Pendant einer gleichen Tendenz entgegen, hatte aber weiterwirkende Bedeutung.

Fur beide Theorien suchte man in un- terschiedlicher Weise Begriindungen aus dem zur Verfiigung stehenden Material, das die Religionsgeschichte bot bes. Die dabei geiibte Uberlieferungskritik wurde vielfach unmittelbar in die Religionskritik umgemiinzt dieser Aspekt der Traditionskritik in der Aufklarung ist iibrigens ein Aspekt, den F.

Meinecke in seiner 40 Ebd. Kurt Rudolph "Entstehung des Historismus" iibersehen hat; auch dieser hat das historische Denken vorbereitet. Es waren natiirlich vornehmlich Philosophen, die sich hier engagier- ten, wahrend die als erste Religionshistoriker zu bezeichnenden Ge- lehrten Meiners, Kleuker und Fliigge sich bescheideten, sachlich zu arbeiten und mit dem Ohr bei den historischen Quellen zu blei- ben. Religion ist eine Naturanlage des Menschen, die auch auB3erhalb der christlichen ihren Wert hat, da sie als "Anschauung des Unendlichen" Gottes na- turliche Offenbarung darstellt.

Hier ist das Erbe der Aufklarung mit einem theologisch-romantischen Geist verkniipft worden. Das eman- zipatorische Interesse der Religionsbeschaftigung des I8. Seine Wirkung war allerdings, riickblickend gesehen, auf die philosophische Religionskritik, insbesondere die des Marxis- mus, beschrankt. Auf die junge Rw hatte sie einen kaum merklichen EinfluB3; sie zehrte von dem Erbe Herders und Schleiermachers, was die Religionsphilosophie anbelangte, ohne zu begreifen, da13 es ge- rade diese Religionsauffassung des Herzens, Gemiits, Gefiihls, der 42 Vgl.

Stephenson, Geschichte und Religionswissenschaft im ausgehenden I8. This listing has ended. This amount is subject to change until you make payment. For additional information, see the Global Shipping Programme terms and conditions - opens in a new window or tab This amount includes applicable customs duties, taxes, brokerage and other fees. For additional information, see the Global Shipping Programme terms and conditions - opens in a new window or tab. DVD See original listing. No additional import charges on delivery. This item will be sent through the Global Shipping Programme and includes international tracking.

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Wissenschaftstheoretische Studien Suhrkamp Taschenbuch: